Du lebst seit kurzem in Österreich und fragst dich, was bei Bewerbungen hierzulande gewünscht wird? Wir haben die wichtigsten Tipps für dich dazu und zeigen, wo sich Österreich und Deutschland voneinander unterscheiden:
1
Verwende österreichisches Deutsch!
Speziell bei Fachbegriffen und Berufsbezeichnungen gibt es Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland. Achte also beim Übersetzen darauf, dass du keine deutschen Ausdrücke nimmst. Hier sind ein paar Beispiele:
Österreich vs. Deutschland
Matura vs. Abitur
Volksschule vs. Grundschule
Lehre vs. (Berufs-)Ausbildung
Lehrling vs. Azubi (Auszubildender)
Lehrabschlussprüfung
vs.
Berufsabschlussprüfung/
Gesellenprüfung/Facharbeiterprüfung
Einige Berufe heißen in Österreich ebenfalls anders:
Österreich vs. Deutschland
Tischler :in vs. Schreiner:in
Regalbetreuer:in vs. Regalauffüller:in
Einzelhandelskaufmann/-frau (3-jährige Ausbildung, Verkäufer:in = Umgangssprache)
vs.
Verkäufer:in (2-jährige Ausbildung) bzw. Kaufmann/-frau im Einzelhandel (3-jährig)
Am besten verwendest du die Bezeichnungen, die im Inserat angeführt sind. Sehr nützlich ist in diesem Zusammenhang auch das Berufslexikon des AMS (externer Link, öffnet in neuem Tab).
2
Ein Lebenslauf für österreichische Unternehmen
Jede Bewerbung in Österreich muss einen Lebenslauf enthalten. Der Lebenslauf fängt ganz oben mit dem Wort „Lebenslauf“ als Überschrift an. Curriculum Vitae (CV) ist in Österreich unüblich.
Der Lebenslauf sollte wie eine Tabelle (tabellarisch) aufgebaut sein. Schreibe deine bisherige Berufserfahrung, die absolvierten Aus- und Weiterbildungen sowie deine ehrenamtlichen Aktivitäten von hinten nach vorne (antichronologisch) auf. Das heißt: Gib zum Beispiel zuerst deine aktuellste berufliche Station an. Auch wenn du viel Berufserfahrung hast, darf dein Lebenslauf nicht länger als zwei Seiten sein.
Schreib deinen Lebenslauf außerdem so, dass er lückenlos ist. Mehr dazu erfährst du in diesem Blog-Artikel.
Ein Foto im Lebenslauf ist nicht Pflicht. Allerdings werden Lebensläufe mit Foto von Personalverantwortlichen gerne gesehen und in der Praxis bevorzugt behandelt. Auch das Geburtsdatum ist kein Muss, in Österreich aber üblich.
Bei Schulen bzw. Ausbildungen im Ausland nenne den Namen der Ausbildung. Beschreibe kurz die wichtigsten Inhalte, die du in der jeweiligen Schule oder Ausbildung erlernt hast.
Wenn du aus einem EU-Drittstaat kommst, führe deinen genauen Aufenthaltstitel und die Arbeitserlaubnis im Lebenslauf ganz klar an. Am besten gleich oben bei den persönlichen Daten. Lege als Nachweis unbedingt eine Kopie bei.
Für weitere Informationen zum Lebenslauf schau dir unser Video an.
3
(Bewerbungs-)Schreiben auf österreichisch
Verwende unbedingt „Sie“. Die Du-Form ist in Österreich bei Bewerbungen nicht passend. Wenn der Titel der Person bekannt ist, schreib ihn bei „Empfänger“ oder „Anrede“ dazu (Bsp.: Dr., Mag., MA, Ing.).
Verfasse dein Bewerbungsschreiben formell, aber übertreibe es nicht. Worte wie „Hochachtungsvoll“ sind nicht mehr zeitgemäß. „Mit freundlichen Grüßen“ oder „Freundliche Grüße“ ist völlig ausreichend.
Du kannst im Zuge deiner Bewerbung selbstbewusst auftreten. Betone, was du kannst. Aber sei nicht zu überschwänglich. Das kann überheblich wirken.
Zum Schluss noch ein Tipp:
Unsere Website ist voll mit Tipps, wie man sich in Österreich richtig bewirbt. Besonders empfehlen wir dir unsere neue Video-Staffel. Darin erzählen acht Personalverantwortliche von österreichischen Firmen, was sie sich von Bewerberinnen und Bewerbern wünschen und erwarten.